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Mit einem Elektro-Bike zu radeln macht einfach Spaß und auch ein
weniger gut trainierter Radler kommt hoch hinaus.

Die Neugier war schon vor drei Jahren groß, als wir die ersten E-Bikes bekamen und zu
ersten Testfahrten aufbrechen konnten. Schnell waren wir überzeugt, wir sind jetzt in der Zukunft angekommen. Blicken wir heute nun zurück, ist es erstaunlich, wie stark sich der
Pedelec°  Markt weiter entwickelt hat.
(°Pedelec = E-Bike, bei dem man treten muss und vom Motor unterstützt wird, bis 25 Km/h)

Mussten wir vor drei Jahren noch Motoren – Bausätze verbauen, um E Trekkingräder oder
E Mountainbikes  zu bekommen, so werden diese heute in Serie hergestellt. Die Modell Palette hat sich extrem vergrößert. Das Image vom Oma Fahrrad hat das moderne E – Bike längst abgelegt, nur letzte „Zweifler“ und „Ablehner“ gibt es noch. Werden aber längst von  den überholenden, selbstbewusst gewordenen E Bikern belächelt. Heute versucht keiner mehr seinen Akku zu verstecken, oder zu tarnen, … nein …..
….. Man ist stolz darauf ein solches Spaßgerät zu besitzen !

Der Werbespruch eines Herstellers hat sich bewahrheitet,
„Wir zaubern Ihnen ein lächeln ins Gesicht“.

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Viele die sich ein Pedelec gekauft haben fahren bis zu 50 % öfter Fahrrad als davor, dies haben offizielle Studien belegt und spiegelt sich auch in unserem Kundenkreis so wieder. Die Motivation aufs Rad zu steigen ist viel größer, denn kein Hügel, keine Steigung schreckt den Radler mehr ab. Auch für viele Sportler ist das E–Bike das ideale Trainingsgerät, da man das Kardiotraining durch den gezielten Einsatz des Motors viel besser optimieren kann.
Dies nutzen sogar schon einige Leistungssportler, um sich fit zu machen.Wichtig bei uns im Allgäu, ist vor allem ein großer, leistungsfähiger Akku und das richtige Rad für seine Bedürfnisse. Hierbei ist es wichtig, sich richtig beraten zu lassen und auch verschiedene Fahrzeuge auszuprobieren! Die Reichweite, die von manchem Hersteller auf bis zu 150 km angegeben wird, ist bei uns nicht zu erreichen. Es hängt von vielen Faktoren ab, wie weit man mit seinem Bike kommt, so ist das Fahrergewicht genauso, wie die Strecke die man fährt, wie viel Steigungen sind dabei, wie stark lasse ich mich unterstützen und auch wie leistungsfähig bin ich selbst, für die Reichweite ausschlaggebend. Sogar der falsche Luftdruck im Reifen kann eine Rolle spielen.

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Zusammen mit der Batterieanzeige am Display und ein paar Radtouren um Erfahrung zu sammeln, hat jeder bald herausgefunden, wie er sein Rad dann richtig nutzt, um möglichst weit zu kommen oder möglichst viel Spaß zu haben.Übrigens, in einer Stunde Ladezeit, während einer Einkehr, lässt sich die Reichweite des Akku, je nach Fahrrad – Modell um bis zu 30 Kilometer erweitern. Dies ist auch für die Gastwirte an den Fahrradrouten wichtig, wer damit wirbt, bei der Einkehr ist das Akkuladen kostenlos dabei, zieht natürlich auch die E-Biker an. Und in einer Stunde Ladezeit kostet dies dem Wirt etwa 3 – 6 Cent Strom.
Mit gerade mal 500 Euro für die Akku Ladungen, könnte man die Erde umrunden.
Ab und zu höre ich noch das Argument gegen ein E Bike :„Ihr verbraucht ja Strom aus dem AKW, was soll denn daran umweltfreundlich sein ?“Diese Zweifler, sind meist die gleichen, die dann ins Fitness Studio mit dem Auto fahren. Unser Auto bleibt immer öfter stehen und der Strom kommt direkt vom eigenen Hausdach, das ist unser Beitrag zum Umweltschutz.

Braucht man das in Eurem Alter?“

2011 waren wir wieder mit den verschiedensten E-Bikes auf Tour. Meist im Schlepp, die Kinder. Mit welcher Leichtigkeit es sich samt Kinderanhänger bergauf radelt, erstaunt uns auch heute immer wieder aufs Neue und lässt uns ins Schwärmen geraten. Aber auch wenn ich alleine auf Tour gehe, sitze ich im E Bike Sattel. Immer mal wieder die Fragen, „braucht man das in Eurem Alter“ (Mitte dreißig) denn schon ? Unsere Überzeugung ist, man muss es haben, denn so macht Radeln noch viel mehr Spaß, und nur für Rentner ist das E–Bike längst nicht mehr.

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Bei allen Touren, aber vor allem wenn es über viele Höhenmeter hinauf geht, reicht es oft nicht aus, einen starken Motor zu haben, sondern auch die eigene Leistungsfähigkeit sollte vorhanden sein, denn Schwitzen muss kann man auch mit einem E–Bike noch. Der beste Motor kann nur die eigene Kraft im bestimmten Maß vervielfachen. Ist man selbst am Berg mit der eigenen Kraft am Ende, kann auch der Motor keine Höchstleistungen mehr bringen.

Letzes Jahr haben wir extrem viele Höhenmeter (ca. 30.000 ) gemacht, um die Akkus und Motoren auf Herz und Nieren zu testen. Herauskristallisiert haben sich inzwischen drei Motorproduzenten, die in Moment die besten Komponenten liefern, einer davon sogar ein großer Deutscher Hersteller, der auch im Allgäu viele Arbeitsplätze sichert.

Viel haben wir gelernt im Umgang mit den verschiedenen Pedelec´s, was uns die Hersteller, trotz zahlreicher Lehrgänge und Weiterbildungen, so gar nicht vermitteln konnten. Durch unseren Verleih hatten wir natürlich auch die Möglichkeit die verschiedensten Modelle ausgiebig selbst auszuprobieren, aber auch im Gespräch vieles über die Eindrücke und AHA Erlebnisse der Leihrad- und Test Kunden erfahren.

Auch eine Alpenüberquerung ist, mit dem richtigen E-Bike auf jeden Fall machbar.
Über den Schrofen Pass und das Stärzel Joch habe ich es zumindest schon geschafft. Die Fotos zeige ich gerne.

Ich wünsche allen E-Bikern und Neulingen einen schönen Sommer 2012.

Toni Voggel
Radsport Voggel

Text: Toni Voggel – dieser Artikel erschien auch in abgeänderter Form in der Zeitschrift „Leben im Allgäu“